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Dein Pferd läuft in der Freiarbeit weg? Vermeide diese 3 großen Fehler

Dein Pferd läuft in der Freiarbeit immer wieder weg? Im einen Moment ist es noch aufmerksam und ganz bei dir – aber plötzlich lässt es dich einfach stehen?

Dann hast du wahrscheinlich schon viel versucht, um das zu ändern.

Wenn du frustriert bist, weil nichts davon richtig hilft ist dieser Beitrag für dich.

Damit du dich nicht länger ärgern musst, wenn dein Pferd in der Freiarbeit weg läuft, möchte ich dir heute einen neuen Blick auf dieses Verhalten zeigen. (Und einen Umgang mit dem Weglaufen, den du aus dem konventionellen Pferdetraining und auch aus dem Natural Horsemanship nicht kennst.)

Was bedeutet es, wenn dein Pferd in der Freiarbeit immer wieder weg geht?

☝️ Bevor wir zu dieser Frage kommen, noch ein wichtiger Punkt:

In diesem Text geht es um Freiarbeit, die auf der freiwilligen Mitarbeit des Pferdes basiert.

Natürlich kannst du dein Pferd mithilfe von Strafe und negativer Verstärkung an dich binden – auch ohne Seil. In dem Fall spreche ich von Freiheitsdressur, die ein auf den Punkt gehorsames Pferd zum Ziel hat.

In der freiwilligen Freiarbeit darf dein Pferd weg gehen. Denn wenn es das tut, bekommst du wichtiges Feedback. Und dieses Feedback hilft dir dabei, die Freiarbeit so zu gestalten, dass dein Pferd nicht nur bei dir bleibt – sondern wirklich Spaß an der Arbeit hat ✨!

Dazu müssen wir verstehen, wie Aufmerksamkeit eigentlich funktioniert.

Bereit für eine neue Perspektive und die 3 größten Fehler, die es zu vermeiden gilt?

Los geht’s 🌿!
 
 

Was die Aufmerksamkeit deines Pferdes mit Migration zu tun hat

Kennst du das Push-Pull-Modell der Migration? Wenn nicht, kein Problem. Hier eine kurze Einführung:

Das Push-Pull-Modell zeigt Faktoren auf, die dazu beitragen, dass Menschen aus einem Land oder einer Region ab- und in ein anderes zuwandern.

Push-Faktoren sind jene, die Menschen aus ihrer Heimat vertreiben – z.B. Verfolgung, Krieg, Hungersnot oder fehlende berufliche Perspektive.

Pull-Faktoren sind jene, die Menschen in ein bestimmtes Land “hineinziehen” – z.B. Verdienstmöglichkeiten, persönliche Freiheit, Sicherheit oder Bildungsmöglichkeiten.

Was hat das mit der Aufmerksamkeit deines Pferdes zu tun?

An deinem Pferd drücken und ziehen ebenfalls bestimmte Faktoren. Reize, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen (Pull) oder die dein Pferd lieber vermeiden möchte (Push).

Daraus entsteht der erste große Fehler, den Menschen begehen, wenn ihr Pferd in der Freiarbeit weg läuft.
 
 

Weshalb du das Problem an der falschen Stelle siehst, wenn dein Pferd in der Freiarbeit weg läuft

Was ist dein erster Gedanke, wenn dein Pferd in der Freiarbeit weg geht?

Wahrscheinlich, dass es keine Lust hat, etwas mit dir zu machen, oder? (Vielleicht auch, dass dieses Verhalten respektlos ist – dann unbedingt diesen Artikel hier lesen.)

Es fehlt an Motivation.

Das ist ziemlich frustrierend, oder? Denn du versuchst ja schon alles, um die Freiarbeit so spannend und belohnend wie möglich zu gestalten. Aber dein Pferd verliert dennoch immer wieder das Interesse.

Wenden wir das “Push-Pull-Modell der Aufmerksamkeit des Pferdes” an 🤓:

Du hast den Strick vom Halfter gelöst, ihr habt ein paar Runden im Schritt gearbeitet, dann eine Runde im Trab und jetzt verabschiedet sich dein Pferd, um am Reitplatzrand nach Gras zu suchen.

Ist dein Pferd einfach unmotiviert?

Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

👉 Vielleicht sind für dein Pferd auch beide Möglichkeiten attraktiv:

Mit dir Freiarbeit zu machen.

UND am Reitplatzrand zu grasen.

Bei dir gibt es Leckerchen, Kraulen und spannende Aufgaben. Das Gras ist aber auch lecker. Und dein Pferd muss sich dafür kaum anstrengen.

All das sind Pull-Faktoren, die an der Aufmerksamkeit deines Pferdes ziehen. Zur gleichen Zeit. Und DAS ist die Schwierigkeit in der Freiarbeit:

Im Vergleich zur Arbeit am Seil hat dein Pferd die freie Wahl.

Es kann sich zwischen zwei guten Sachen entscheiden.

Für dich bedeutet das:

1. Du darfst dir selbst den Druck nehmen 🤍. Du machst das nicht schlecht – aber den Reitplatz zu erkunden ist für dein Pferd eben auch nice (sonst hat es dazu ja nie die Gelegenheit).

2. Du musst nicht grundsätzlich die Motivation deines Pferdes steigern. Du musst es deinem Pferd nur leichter machen, sich für dich zu entscheiden.

Aber hier kommt der zweite große Fehler auf.
 
 

Vorsicht! Baue die Trainingseinheit clever auf, wenn dein Pferd in der Freiarbeit immer wieder weg läuft

Wenn dein Pferd die freie Wahl hat, ob es bei dir bleiben oder etwas anderes tun will, fügt das eurer Arbeit eine Schwierigkeit hinzu:

Dein Pferd ist hin- und hergerissen.

Es muss ständig eine Entscheidung treffen:

“Will ich lieber weiter mitmachen oder mir da hinten den Haufen aus Pylonen und Stangen anschauen oder doch die Grassamen knabbern, die da über den Zaun hängen oder vielleicht sollte ich mal schauen, ob mein Kumpel überhaupt noch in Sichtweite ist, oh, was war das komische Geräusch gerade. Hey, da hinten sind Menschen…”

Dieser innere Vorgang strapaziert die Konzentrationsfähigkeit deines Pferdes.

Das merkst du daran, dass dein Pferd ganz anders ist, sobald du das Seil dran machst: Fokussiert und motiviert mitzuarbeiten. Das hat damit zu tun, dass das Seil all die Fragen “Soll ich dies, oder das, oder doch lieber jenes…?” hinfällig macht. Die Aufgabe ist klar: Jetzt wird mit dem Menschen interagiert.

In der Freiarbeit ermüdet dein Pferd schneller. Nicht körperlich, sondern mental!

Also musst du die Einheit so gestalten, dass es für dein Pferd möglichst leicht ist, seinen Fokus auf dir zu belassen.
 

Du musst den Fokus deines Pferdes einfangen, an dich koppeln und auf dir behalten.

 
Das ist auch für dich ziemlich anstrengend. Denn du musst:

👉 die Aufmerksamkeit deines Pferdes im richtigem Moment einfangen,
👉 sie mit präziser Körpersprache an dich koppeln
👉 und durch Aufgaben, die weder unter- noch überfordern, auf dir behalten.

❌ Was dabei oft falsch gemacht wird: Es wird viel zu lange am Stück gearbeitet.

Eine Freiarbeitseinheit kann ebenso lang sein, wie eine Bodenarbeitseinheit am Seil. Aber dein Pferd braucht viel mehr Pausen, in denen es sich von dir weg orientieren darf.

Deine Aufgabe besteht darin, dein Pferd neugierig zu machen – statt mental müde.

Wenn dein Pferd in der Freiarbeit immer wieder weg geht, hast du noch nicht die richtige zeitliche Einteilung für eure Einheit gefunden:

Wie lange kann dein Pferd sich auf dich und die Aufgabe konzentrieren? Wann braucht es eine Pause, um abzuschweifen?

Stell dir die Konzentrationsfähigkeit deines Pferdes wie einen Akku vor: Freiarbeit zieht viel mehr Energie als Bodenarbeit am Seil.

Du musst den Akku also häufiger mal aufladen. Wie? Indem du deinem Pferd aktiv ermöglichst, den Pull-Faktoren nachzugeben, die seine Aufmerksamkeit von dir wegziehen.

All das sind wertvolle Tipps, aber wenn du den letzten Fehler nicht umgehst, werdet ihr an der Freiarbeit trotzdem keinen Spaß haben.
 
 

Wie du diese destruktive innere Haltung vermeidest, wenn dein Pferd in der Freiarbeit weg geht

Der Anspruch an Freiarbeit:

Sie soll bitte genauso koordiniert und reibungslos ablaufen, wie die Arbeit am Seil. Nur wenn die Kommunikation fast magisch erscheint und das Pferd alles macht, was der Mensch auch nur andeutet, ist die Freiarbeit gelungen (und nur dann hat man eine gute Beziehung zum Pferd 🥴).

Macht dir diese Vorstellung Druck?

Kein Wunder. Auf Facebook, YouTube & Co wird genau dieses Bild erschaffen. Doch die dort gezeigte Arbeit hat meist nichts mit Freiwilligkeit zu tun. Den meisten Pferden wurde beigebracht beim Menschen zu bleiben und sich zu fokussieren, indem ihnen das Weglaufen unangenehm gemacht wurde.

Sie haben gelernt, dass die Regel lautet:

Das Seil ist zwar ab, aber alle Regeln bleiben dieselben – das Pferd DARF nicht weggehen. Es wird frei nur anders für dieses “Fehlverhalten” gestraft (am Seil rucken geht ja nicht).

In diesen Fällen macht es eigentlich keinen Unterschied, ob mit oder ohne Seil gearbeitet wird.

Wenn du dich für diese Art der Arbeit entscheidest, wirst du mit unserem Ansatz natürlich nicht zufrieden sein.

Wenn dir die freiwillige Mitarbeit aber wichtig ist, möchte ich dir Folgendes mitgeben:
 

Es ist okay, wenn dein Pferd in der Freiarbeit weg geht.

 
Es ist okay, wenn es in eurer Freiarbeit wunderschöne Momente der Verbindung gibt. Und dein Pferd sich danach wieder von dir entkoppelt.

Erinnere dich daran, dass Freiarbeit Spaß machen soll. Wenn du sie zu verbissen angehst und jedes Mal in Grübeleien verfällst, wenn dein Pferd weg geht, wird deine negative Ausstrahlung zum Push-Faktor. Nimm stattdessen eine humorvolle und lockere Haltung ein.
 

Deine Erwartungen entscheiden über deinen Erfolg.

 
Es ist nicht deine Aufgabe, einem fremden Bild von “guter Freiarbeit” gerecht zu werden. Sondern dein eigenes Bild davon zu erschaffen, was die Freiarbeit für dich und dein Pferd zu einem schönen Erlebnis macht 🌿.

Erschaffe dieses Bild bewusst.

Es ist okay, wenn die Freiarbeit mit deinem Pferd nicht aussieht, wie in den YouTube-Videos. Denn wenn dein Pferd frei ist, ist es frei selbst Entscheidungen zu treffen, oder?
 
 

Fazit – Was du beachten solltest, wenn dein Pferd in der Freiarbeit weg läuft

Nochmal zusammengefasst:

1. Dein Pferd arbeitet wahrscheinlich gern mit dir zusammen (wenn du daran zweifelst, setze beim Thema positive Verstärkung und Bedürfnisorientierung an). Aber andere Dinge sind auch interessant. Das Problem: Es ist zwischen den verschiedenen Möglichkeiten hin- und hergerissen.

2. Den ganzen Möglichkeiten zu widerstehen und sich auf dich und die Aufgabe zu konzentrieren kostet Energie. Lass dein Pferd häufig Pause machen, in denen es sich ablenken lassen darf.

3. Perfektionismus vertreibt jeden Spaß. Geh die Freiarbeit locker an und erschaffe dein eigenes Bild: Wie sieht eine gelungene Freiarbeitseinheit FÜR DICH aus?
 
 

Wenn du lernen willst,

👉 wie du in der Freiarbeit die Aufmerksamkeit deines Pferdes einfängst,
👉 sie mit präziser Körpersprache an dich koppelst
👉 und sie mit Aufgaben an dich bindest, die genau den Sweet Spot zwischen Über- und Unterforderung treffen,

können wir uns im Soforthilfe-Gespräch “Klarheit” zusammensetzen.

Darin erschaffen wir in 90 Minuten (Yess, das geht 🧚) einen Plan, der genau auf den Charakter deines Pferdes abgestimmt ist und für den du deinem Pferd nicht mit Druck und Strafe begegnen musst.

Damit ihr beide mit einem Strahlen im Gesicht aus euren Freiarbeitseinheiten geht.
 

Gebt mir die Details zum Klarheitsgespräch 🙏

 

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