Wie du Futterlob einsetzt, ohne die Freiwilligkeit zu untergraben

 In Bewusstes Pferdetraining, Clicker Training, Emotionen, Empowerment, Freiwilligkeit

In diesem Artikel zeige ich dir,

  • warum Clickertraining nicht immer Freiwilligkeit bedeutet,
  • weshalb Motivation nicht das Endziel sein kann und
  • wie du echte Freiwilligkeit erkennst und im Training mit Futterlob erlangen kannst.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Es gibt zwei ziemlich gegensätzliche Ansichten zum Clickertraining:

1. Entweder, das Pferd engagiert sich im Clickertraining vollkommen freiwillig
2. Oder es wird dazu manipuliert, das Verhalten zu zeigen, das der Mensch sehen will.

Meiner Erfahrung nach kommen beide Möglichkeiten vor. Und sehr viele Zwischenstufen. Lass uns mal einen genaueren Blick auf diese Aussagen werfen, damit du eine bessere Entscheidung treffen kannst, ob das Clickertraining bzw. generell das Training mit Futterlob etwas für dich ist oder nicht.

 

Clickertraining – Geht das freiwillig?

Wenn ich dem Pferd im Clickertraining ein Maximum an Freiwilligkeit zugestehen möchte, dann muss ich mich auf ein Paradoxon einlassen:

Eigentlich nutze ich das Clickertraining, um das Pferd zu spezifischen Verhaltensweisen zu motivieren. Allerdings muss ich diese Motivation so gering wie möglich halten, wenn das Verhalten des Pferdes mir über den Grad der Freiwilligkeit Aufschluss geben soll.

Nutze ich beispielsweise Futter, das das Pferd besonders mag oder ist es hungrig, wird das Pferd bereitwilliger Verhalten zeigen, das es ansonsten nicht zeigen würde.

Befinden wir uns in einer reizarmen Umgebung, wird es sich mir und den Trainingsinhalten eher zuwenden als wenn wir uns in einer interessanten Umgebung befinden.

Habe ich das Pferd am Strick, dann limitiere ich damit die Möglichkeit einfach wegzugehen und damit auch die Freiwilligkeit.

Es gibt viele solcher Faktoren, die augenscheinlich die Motivation des Pferdes zur Mitarbeit steigern, dabei aber die Freiwilligkeit einschränken.

So ist es eben auch mit den Leckerchen. Ist der Anreiz durch das Futter sehr hoch, dann kann ich nicht mehr erkennen, ob mein Pferd etwas “nur für das Futter tut”, obwohl es ihm damit nicht gut geht.

 

Clickertraining

Falls du dich bisher noch nicht mit dem Clickertraining beschäftigt hast, geben dir diese Artikel einen Einstieg:
Basics Clickertraining: Präzises Pferdetraining mit dem Markersignal
Basics Clickertraining: Konditionierung
Basics Clickertraining: Höflichkeit und Futterlob

 

Motivation an sich ist nicht das Endziel

Wenn ich die Wahlmöglichkeiten des Pferdes einschränke und das Bedürfnis des Pferdes ans Futter zu kommen hoch ist, dann kann es mit der Freiwilligkeit nicht weit her sein. Und das, OBWOHL die Motivation ungeahnte Höhen erklimmt.

Motivation und Freiwilligkeit existieren also unabhängig voneinander. Sie können sich sogar gegenseitig hemmen.

Eigentlich ist uns das klar. Ich weiß selbst, dass ich unter Androhung von schlechten Noten hochmotiviert für die nächste Matheklausur gelernt habe. Das hatte nichts mit Spaß zu tun. Menschen sind motiviert, Steuererklärungen anzufertigen, und auch dann freundlich zu ihren Mitmenschen zu sein, wenn ihnen nicht danach ist (naja, viele jedenfalls). Nichts davon hat etwas damit zu tun, dass wir dieses Verhalten an sich gern zeigen. Oder gar freiwillig.

Das Verhalten von Pferden wird gern ganz anders interpretiert: Das Pferd zeigt prompt und zuverlässig ein bestimmtes Verhalten – und der Mensch geht davon aus, dass es das gern tut. Dass es das vielleicht sogar freiwillig tut.

Die Erkenntnis kann weh tun, aber: Oft ist das nicht der Fall.

Die meisten Pferde sind sehr motiviert. Aber nicht, weil ihnen das, was der Mensch von ihnen will, so viel Freude bereitet.

Das zeigt, dass Motivation allein nicht das Endziel sein kann. Allein die Bereitschaft des Pferdes etwas zu tun, ist nicht alles, was wir uns als bewusste Pferdemenschen erhoffen.

Freude und Leichtigkeit, Verbundenheit… Dazu braucht es sehr viel mehr als Motivation.

 

Wieso ist es schlecht, wenn das Pferd etwas nur für das Leckerchen tut?

Wenn das Pferd ein Verhalten zunächst nur für das Leckerchen ausführt, ist das an sich moralisch erstmal weder gut noch schlecht.

Es bekommt eine moralische Wertung, wenn ich mir diesen Umstand zunutze mache, um das Pferd dazu zu bringen etwas zu tun, das für das Pferd schlecht ist – etwa weil es sein Wohl gefährdet, gegen seinen Willen ist oder ihm seelischen/körperlichen Schaden zufügt.

Es bekommt auch dann eine moralische Wertung, wenn ich diesen Umstand nutze, um das Pferd klein zu halten – wenn ich seine weitere persönliche Entwicklung damit einschränke. Es zu etwas degradiere, das es seinem Wesen nach nicht ist.

Problematisch ist, wenn ich glaube, dass mein Pferd alles freiwillig macht, weil ich ja “nur” mit positiver Verstärkung arbeite.

Dieses “nur” muss ich aus meinem Kopf streichen und begreifen, dass ich mit dem Futterlob und der Kontrolle der äußeren Umstände der Trainingssituation ein ebenso großes Machtmittel in den Händen halte, wie wenn ich physischen oder psychischen Druck nutze.

In diesem Artikel gehe ich noch mehr darauf ein, warum wir mit dem Clickertraining nicht per se gute Gefühle im Training garantieren können. Folge dazu dem Link: Positive Verstärkung gleich positive Emotionen?

Mit dieser Macht kommt auch die Verantwortung meine Trainingsziele, die Trainingsinhalte und mein Vorgehen zu hinterfragen. Und weil ich mir sicher bin, dass du das schon tust, wenn du bereit bist, diesen Artikel zu lesen, kommen wir jetzt zu der Frage, wie du erkennst, ob dein Pferd freiwillig mitarbeitet oder nicht.

 

Wie erkenne ich, ob mein Pferd freiwillig mitarbeitet?

Zunächst einmal muss ich gewährleisten, dass das Pferd eine Wahl hat.

Wenn das Pferd sich nicht reell gegen die Mitarbeit oder gegen ein bestimmtes Verhalten entscheiden kann, dann ist es nicht freiwillig.

Das wird in vielen Situationen der Fall sein. Hier versuche ich, ehrlich zu mir selbst und zu meinem Pferd zu sein und uns keine freie Wahl vorzugaukeln, die wir nicht haben. Bei uns bedeutet das z.B. dass die Hufe auch dann gemacht werden, wenn Nathan an diesem Tag auf etwas anderes viel mehr Lust hätte. Wir versuchen dann, es ihm so angenehm wie möglich zu machen, zeigen aber auch, dass es in dieser Situation keine andere Wahlmöglichkeit gibt.

Wann und ob ich die Mitarbeit des Pferdes auf diese Weise einfordere, ist von vielen Faktoren (Alter, Persönlichkeit, Trainingsstand etc.) abhängig.

Doch ich versuche mir zu jedem Zeitpunkt darüber im Klaren zu sein, wie ich reagieren werde, sollte mein Pferd ein Nein kommunizieren. Nur so kann ich mich für das Pferd eindeutig und klar vorhersehbar verhalten. Es kann die Konsequenzen seines Verhaltens richtig einschätzen – und das ist eine wichtige Voraussetzung für das Gefühl von Sicherheit und Wirksamkeit.

Als ersten Schritt kannst also auch du dir die Frage stellen, wie du auf ein Nein des Pferdes in dieser Situation reagieren würdest.

  • Fragst du nochmal?
  • Schlägst du etwas anderes vor?
  • Lässt du dein Pferd in Ruhe?

Wenn du deinem Pferd hinterherläufst, wenn es weggeht, wenn du so lange weiterfragst, bis es die gewünschte Antwort gibt, wenn du auf das erste Nein mit “Versuch es trotzdem.” und auf das zweite Nein mit “Nun mach schon!” reagierst, dann entfernt ihr euch von der Freiwilligkeit.

  • Wenn dein Pferd auf deine Frage eine unerwartete Antwort geben kann und du gehst darauf ein…
  • Wenn dein Pferd sich abwenden, eine Pause einleiten, sich mit der Umgebung befassen und weggehen kann…
  • Wenn du auf die ausbleibende Reaktion des Pferdes nochmal sanft nachhakst und die Frage ansonsten fallen lässt…
  • Wenn die von dir eingesetzten Reize so mild sind, dass sie gut ignoriert werden können…

…dann nähert ihr euch der Freiwilligkeit an.

 

Hier warte ich auf Nathan. Trotz Anwesenheit von Leckerchen weiß er, dass er jederzeit gehen und damit “Nein” sagen kann.

 

Das Nein des Pferdes und die Vorteile des Clickertrainings

Clickertraining an sich ist nicht der Schlüssel zu einer Beziehung mit dem Pferd, die dieses als Individuum respektiert.

Clickertraining ist nur ein Werkzeug.

Ein Werkzeug, das – richtig angewandt – im Alltag und Training eine neue Ebene des Miteinanders freilegen kann.

Clickertraining macht es möglich, dem Pferd eine Wahl zu lassen und dennoch Argumente zu liefern, die Idee des Menschen in Betracht zu ziehen. Denn anders als bei der Anwendung von Druck, passiert nichts negatives, wenn ich den Reiz nicht steigere.

Nutze ich Druck als Argument einer Idee des Menschen zu folgen und wünsche mir dennoch Freiwilligkeit, passiert schnell Folgendes:

Wenn ich das Nein des Pferdes respektiere und den Druck bei ausbleibender oder “unerwünschter” Antwort nicht steigere, dann lernt das Pferd, dass meine Anfrage keine Bedeutung hat. Stattdessen denkt das Pferd nun, dass man diesen Reiz am besten ignoriert, bis er weggeht. Damit wird zwar die Freiwilligkeit geachtet, aber die Motivation sinkt.

Im Clickertraining passiert das nicht so schnell. Reagiert das Pferd anders als gedacht, clicke ich einfach nicht – und bestärke dadurch auch kein Verhalten, dass ich gar nicht bestärken will. Nicht zu clicken, respektiert das Nein des Pferdes, ohne die Motivation nachhaltig zu senken.

Außerdem gilt es in diesem Fall, den Trainingsansatz zu hinterfragen. Weshalb reagiert das Pferd auf diese Weise? Was muss ich ändern, damit es gern bereit ist, mir die gewünschte Antwort zu geben?

Und – Ist es überhaupt im Sinne unserer Entwicklung als Individuen und im Sinne unserer Beziehung, wenn ich weiterhin das Ziel verfolge, diese Antwort zu bekommen?

 

Was du für die Freiwilligkeit im Training mit Futter konkret tun kannst

Es gibt ein paar simple Dinge, die du beachten kannst, wenn es dir wichtig ist, dass dein Pferd dir ehrlich sagt, was es vom Training hält. Und eben nicht “nur für das Leckerchen” mitarbeitet.

 

1. Nutze kein Futter im Training, wenn dein Pferd hungrig ist.
Pferde sind dazu gemacht, konstant kleine Mengen Futter aufzunehmen. Dem wird leider in vielen Ställen aus verschiedenen Gründen nicht nachgekommen. Achte darauf, dass dein Pferd vor dem Clickertraining ausreichend lange die Möglichkeit hatte zu fressen. Das Stresslevel im Training kann dir unter Umständen darüber Aufschluss geben, ob dein Pferd noch hungrig ist. Im Zweifelsfall würde ich hier im Sinne des Pferdes entscheiden – und auf das Training mit Futter zu diesem Zeitpunkt verzichten.

 

2. Verzichte darauf, das Lieblingsfutter deines Pferdes im Training zu nutzen.
Versuche die Art Leckerchen zu finden, die gerade lecker genug sind als Anreiz, sich mit deinen Ideen auseinanderzusetzen. Ich möchte nicht, dass mein Pferd bereit ist, sich gänzlich für ein Leckerchen zu verbiegen. Es soll sich wohlfühlen mit dem, woran und wie wir arbeiten. Ob es das tatsächlich tut ist leichter zu erkennen, wenn es mir nicht jeden Gefallen tut, nur um einen Keks zu bekommen.

Ein guter Indikator dafür ist, ob dein Pferd auf bestimmte Fragen noch mit “Nein” antwortet. Wenn ein bisheriges Nein-Sager Pferd plötzlich jedem Vorschlag zustimmt, dann versuche ich, weniger reizvolles Futter zu finden.

 

3. Achte auf die Mimik.
Dieser Punkt gilt besonders, wenn du ein Ja-Sager Pferd hast. Also ein Pferd, das von seinem Charakter her gern gefallen will, auch ohne Futter bereitwillig mitarbeitet und eigentlich nie Nein zu einem deiner Vorschläge sagt. Hier schaue ich besonders genau hin, weil ich mich nicht darauf verlassen kann, dass das Pferd mir durch sein Verhalten deutlich sagt, wenn es etwas nicht gut findet.

In der Mimik können wir dieses leise Nein aber dennoch erkennen. Manchmal braucht es dazu etwas Zeit, weil diese Pferde oft im Gegensatz zu eigensinnigeren Naturen, ihre Emotionen nicht so deutlich in ihrem Gesicht zeigen. Achte deshalb vor allem auf Veränderungen im Gesichtsausdruck deines Pferdes. Wird der Ausdruck weicher, wacher, härter oder verschlossener? Diese kleinen Veränderungen können Aufschluss darüber geben, wie dein Pferd zu eurem Umgang und Training steht.

 

4. Stelle das Kriterium in Frage.
Das Kriterium ist das spezifische Verhalten, das den Click auslöst. Ich kann das Kriterium steigern, um im Training voranzuschreiten. Oder ich kann es senken, wenn ich z.B. bemerke, dass das Pferd mit diesem Kriterium überfordert ist.

Betrachten wir das Training wie einen Dialog zwischen Mensch und Pferd, dann ist es in diesem Fall der Mensch, der die Entscheidung darüber trifft, worüber gesprochen wird. Was ist aber, wenn das Pferd auf eine Frage anders reagiert, als erwartet? Wenn es das Kriterium nicht erfüllt?

Wenn du dir Freiwilligkeit wünschst, dann macht es vielleicht Sinn, nicht einfach nur die Schwierigkeitsstufe anzupassen, wenn das Pferd anders reagiert als gewünscht. Du kannst auch zulassen, dass dein Pferd komplett das Thema wechselt. Die “unerwünschte” Reaktion kannst du auch als einen Vorschlag deines Pferdes aufgreifen und stattdessen für dieses Verhalten clicken.

Man kann auf Gehorsam und Reaktivität bestehen. Oder einfach die Welle reiten und einen freudigen Galopp genießen.

Aber auch das bringt natürlich Nachteile mit sich. Für das Pferd ist es nun z.B. weniger klar, was du eigentlich von ihm willst. Das kann zu Stress führen. Dennoch lohnt es sich meiner Erfahrung nach, mit diesem Perspektivenwechsel zu experimentieren und herauszufinden, was für das individuelle Team passt.

 

Wenn du die Freiwilligkeit im Training erhöhen möchtest, geht es immer darum, das Nein des Pferdes zu respektieren.

Übrigens ganz gleich, ob du mit oder ohne Clicker arbeitest. Das Pferd muss wissen, dass es Nein sagen kann. Und es muss sich sicher sein, dass dieses Nein nicht zu negativen Konsequenzen führt. Das müssen die meisten Pferde in einem langen Prozess erst erkennen und verstehen, weil ihnen der konventionelle Umgang ihr ganzes Leben lang vermittelt hat, dass die einzig richtige Antwort “Ja” ist.

 

Schlusswort

Freiwilligkeit. Sie ist selten, sie ist schwer zu erkennen und noch schwieriger, im Alltag mit unseren Pferden zu gewährleisten. Sie erfordert schmerzhafte Ehrlichkeit mit uns selbst. Freiwilligkeit ist ein Anspruch, den wir uns in vielen Fällen kaum erlauben können, dem wir selten genügen und den wir manchmal auch guten Gewissens loslassen dürfen.

Freiwilligkeit ist die eine Seite der Medaille auf deren anderer Seite oft die Realität des Alltags mit dem Pferd steht.

Du kannst nach ihr streben, aber du musst sie nicht in Perfektion erreichen, um ein guter Mensch für dein Pferd zu sein und es in seinem Wesen zu achten.

 

 

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Showing 4 comments
  • Silke
    Antworten

    Liebe Anni , ich gebe dir da vollkommen Recht . Ich zb merke bei meiner Omi, je mehr ich ihr die Wahl lasse , desto entspannter ist unsere Beziehung zueinander . Ich mag es meistens, wenn sie NEIN sagt , wenn sie mir ihre Grenzen aufzeigt . Ich will sie unbedingt respektieren. Nur manchmal setze ich mich wirklich durch und sage : doch , das machen wir jetzt bitte !
    Gut dabei fühle ich mich eigentlich nicht , denn ich habe ja ihren Willen missachtet. Sie geht zb nicht gerne spazieren, ich aber schon …..ab und zu zwinge ich sie dann . Die Bewegung ist wichtig , denn sie hat Atrhose . Aber dann denke ich wieder : Ist das wirklich richtig?
    Ich versuche immer , auf mein Bauchgefühl zu hören , das ist auch meistens richtig .
    So ist man oft im Zwiespalt und reflektiert sich . Und das ist auch gut so ! 🙂
    LG

    • Jana
      Antworten

      Liebe Silke,
      vielen Dank dass du deine Gedanken hier mit uns teilst! Tatsächlich ist genau das ein sehr schmaler Grat: Wie viel Freiwilligkeit erlaube und wie viel Rahmen gebe ich vor? Ich persönlich ziehe meine Grenze gerne bei der Gesundheit. Dazu zählen dann Hufschmiedtermin, Tierarztbesuche und gesundheitlich notwendige Bewegung. Die Pferde wissen ja selbst in der Regel nicht, warum und dass all diese Prozeduren wichtig und gut für sie sind. In diesem Falle sehe ich einfach den Menschen als besseren Entscheidungsträger an, als das Pferd. Im restlichen Training ist die Sache meistens umgekehrt, denn es geht viel um Körpergefühl und Bewegungen und dabei ist meiner Meinung nach ganz klar das Pferd der bessere Entscheidungsträger, nach dem der Mensch sich richten sollte. Aber wie du ja selbst schreibst: Am Ende ist es oft eine Frage des Bauchgefühls. Solange wir uns darin ebenfalls ab und an reflektieren, denke ich ebenfalls, dass dieses Bauchgefühl uns richtig leitet.
      Alles Liebe und Gute für euch beide!
      Jana

  • Miriam
    Antworten

    Tja, wieviel Freiwilligkeit kann ich schaffen? Ich versuche es, dass die Ponys möglichst frei in ihren Entscheidungen sind. Ich will sie nicht zwingen und gehe oft eher den Weg, dass ich etwas lasse als dass ich sie zwinge. Aber Erwartungen habe ich doch oft und diese setzen die Ponys auch schon unter Druck. Hier kann man dann schon hinterfragen, ob hier die Freiwilligkeit schon eingeschränkt wird.
    Schwieriges Thema, aber ich hoffe wir haben mittlerweile einen Weg für uns gefunden.
    Liebe Grüße
    Miriam

    • Jana
      Antworten

      Liebe Miriam,
      bei dir wissen wir ja mittlerweile live und in Farbe, wie gut du auf die Bedürfnisse deiner Ponys achtest und dafür wirklich immer lieber selbst einen Schritt zurückgehst. Das finde ich sehr bewundernswerte, ebenso wie deine starke Gabe zur Selbstreflexion. Ich denke, dass Erwartungen sicherlich einerseits Druck ausüben können, andererseits aber auch neue Wege eröffnen. Denke mal an Pina: Deine Erwartung, dass sie überfordert sein könnte, hat euch eine Weile eingeschränkt. Später als wir das Thema angeschaut haben, hast du dir eine andere Erwartung gebastelt: Pina ist stark und fähig, sie kann diese Aufgaben meistern! Und siehe da: Die neue Erwartung hat euch in neue Sphären befördert. Erwartungen sind also per se nichts schlechtes! Ich denke, die Kunst liegt darin, möglichst starke Erwartungen in stärkende Eigenschaften zu haben und möglichst nicht zu viel Druck beim Thema Leistung aufzubauen. Und das kann für jede/n anders aussehen.
      Ich wünsche dir ganz viel stärkende und empowernde Erwartungen für dich und die Ponys!
      Jana

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