Kannst du loslassen?

 In Persönliche Entwicklung, Problemlösung

Kannst du Erwartungen loslassen? Kannst du Überzeugungen loslassen? Kannst du Spannungen loslassen? Kannst du Zweifel loslassen?

Wenn wir lernen loszulassen, lernen wir uns zu befreien und uns für Neues zu öffnen. Wir schaffen Raum in uns und in unserem Leben indem wir gehen lassen, woran wir uns bisher festgeklammert haben. Wenn wir loslassen können, können wir uns immer wieder neu einlassen.

Loszulassen ist keine einmalige Sache. Man lässt nicht einmal los und ein Thema verschwindet einfach ins Nichts. Ganz im Gegenteil ist dies ein Prozess, den wir in jedem Moment wieder durchlaufen können. Ich spüre eine Spannung in meinem Körper und ich lasse los. Ich merke, dass eine Erwartung nicht erfüllt wird und ich lasse los. Eine Überzeugung steht mir im Weg – ich lasse los.
Loslassen

Natürlich kann die Spannung, die Erwartung, die Überzeugung oder das Gefühl jederzeit wiederkommen, wenn diese Information gerade für mich notwendig ist. Dann ist es wichtig hinzuschauen und das Loslassen nicht als eine Art Wegschieben zu praktizieren.

Loslassen sollte ein Teil der Lösung des Problems sein, statt die Existenz des Problems zu leugnen. Loslassen können wir das, was uns daran hindert das Problem zu lösen – nicht das Problem selbst.

Das Problem selbst können wir ignorieren, verleugnen und klein reden – es bleibt bestehen. Ich kann mir einreden, dass ich das Problem gelöst habe, wenn ich mich nicht mehr damit beschäftige, aber früher oder später wird es wieder hervortreten und mich erinnern, dass es darauf wartet gelöst zu werden.

Loslassen und Lösen hängen eng zusammen, doch es handelt sich nicht um dieselben Vorgänge. Wir können für einen Moment unsere Überzeugung loslassen, dass wir es nie zu etwas bringen können und schaffen damit Raum für Wachstum, den wir nutzen können, um die Überzeugung zu stärken, dass wir wertvoll sind und ein großes Potenzial in uns schlummert.

Doch dazu müssen wir aktiv werden und handeln – also das tun, was notwendig ist, um das wirkliche Problem zu lösen, nämlich die Abwärtsspirale aus destruktiven Überzeugungen und destruktiven Handlungen zu durchbrechen.

Loslassen zu können hilft uns, den Weg für den ersten Schritt frei zu machen. Entscheidend für unseren Erfolg ist jedoch, ob wir diesen ersten Schritt dann auch gehen und welche Schritte wir darauf folgen lassen.

Im Laufe unseres Lebens lernen wir, das bestimmte Gefühle in bestimmten Situationen nicht angemessen sind. Wir lernen, unsere Gefühle zu kontrollieren, was meist bedeutet sie zu unterdrücken und zu verstecken. Dabei verlieren wir zum Teil auch die Verbindung zu unserem Körper.

Wir glauben, dass es negative Emotionen gibt, die es nach Möglichkeit zu vermeiden gilt. Statt in unseren Körper hinein zu spüren und zu lernen wie sich Trauer anfühlt und wo sich die Wut befindet, versuchen wir, diese Gefühle schnell wieder loszuwerden, indem wir uns ablenken und mit anderen Themen beschäftigen.

Solange wir überzeugt sind, dass unangenehme Gefühle schlecht für uns sind, erscheint dies wie eine sinnvolle Strategie und sie kann in einigen Situationen auch angemessen sein.

Doch wie sollen wir ein Gefühl loslassen und lösen, von dem wir nicht wissen, woher es kommt, wie es sich anfühlt und wo es sich befindet?

Wie sollen wir Gedanken loslassen und lösen, von denen wir gar nicht wissen, dass sie da sind, wann sie auftauchen und was sie für unsere Emotionen bedeuten? Wie können wir erkennen, was das Unangenehme uns mitteilen möchte, wenn wir nicht zulassen, dass es zu uns spricht?

Loslassen

Um Loslassen zu können müssen wir zuerst eine Verbindung zu unserem Körper, unserem mentalen und emotionalen Leben aufbauen. Nur wenn wir in Verbindung mit uns selbst sind, können wir die Informationen unseres Selbst erkennen, verstehen und nutzen. Wir können erkennen weshalb bestimmte Gedanken und Gefühle immer wieder auftauchen.
Nur wenn wir sie erkennen, können wir sie loslassen und nur wenn wir die dahinter liegenden Probleme lösen, haben diese Gedanken und Gefühle keinen Grund mehr uns einzunehmen.
Wir alle haben unsere Themen im Leben, deren Lösung viel Zeit, Kraft und oft auch Mut erfordert. Es mag beschwerlich erscheinen auch noch die unangenehmen Gefühle, die mit diesen Themen auftauchen bewusst wahrzunehmen. Doch es ist der erste Schritt zur Lösung und damit zum freien Sein.

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