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Motivationstief des Pferdes – Was du verstehen musst, um dich davon nicht runterziehen zu lassen

Zwei Dinge werden passieren, wenn du zulässt, dass dein Pferd sich wirklich zeigt:

1. Ihr werdet die Chance haben, wirklich in Verbindung zu gehen.
ABER
2. Es wird auch Tiefphasen und -punkte geben, in denen du keinerlei Verbindung wahrnimmst.

Vielleicht steckst du mit deinem Pferd gerade in so einem Motivationstief, in dem es sich dir zur Begrüßung nicht einmal zuwendet. Stattdessen geht der Blick müde wieder zur Heuraufe. Das tut weh.

In diesen Phasen und Momenten verheddern wir uns gern in Gedanken, die uns runterziehen und klein machen. Eine Umgehensweisen mit Zurückweisung, die uns selbst in das Loch stößt, aus dem wir unsere Pferde gern wieder rausholen würden.

 

Weshalb es dir so zu Herzen geht, wenn die Stimmung deines Pferdes gedrückt ist

Wahrscheinlich nimmst du es dir nicht nur zu Herzen, dass dein Pferd dich nicht oder nur wenig beachtet, sondern auch, dass seine Stimmung generell gedrückt ist.

Das liegt zum einen an dem Ziel, dass wir mit hohen Ansprüchen an unsere Leistung verfolgen: Dass es unseren Pferden gut gehen soll.

Es liegt aber auch an Überzeugungen darüber, was dieses Verhalten, diese Zurückweisung, über dich aussagt. Damit berühren diese Momente direkt den eigenen Selbstwert.

Ob ich stolz bin oder an mir zweifel, vielleicht sogar Scham empfinde, hängt davon ab, wie ich diese Erfahrung des Motivationstiefs meines Pferdes interpretiere. Also welche Überzeugungen ich im Bezug darauf habe.

Den drei wichtigsten Überzeugungen über die Bedeutung der Zurückweisung durch das eigene Pferd werden wir heute auf den Grund gehen.

 

1. “Wenn mein Pferd nicht motiviert ist, habe ich etwas falsch gemacht.”

Vielleicht ja, vielleicht nein.

Die Motivation des Pferdes wird natürlich von dem beeinflusst, was es im Umgang und Training mit dem Menschen erlebt. Wenn die Motivation mit der Zeit immer weniger wird oder ein Motivationstief über Wochen und Monate anhält, sollten wir uns die Stellschrauben hier genauer anschauen.

ABER: Wenn dein Pferd grundsätzlich gern Zeit mit dir verbringt, dann können Motivationstiefs entstehen, ohne dass du etwas falsch gemacht hast!

Hier nur ein paar Punkte, wodurch Veränderungen in der Stimmung und Motivation deines Pferdes ausgelöst werden können

  • der Zyklus deiner Stute
  • die wechselnden Anforderungen an den Pferdekörper aufgrund von Wetter und Jahreszeiten
  • Veränderungen in der Herde
  • Erfahrungen, die Zeit brauchen, um verarbeitet zu werden
  • Stress
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Charakter des Pferdes

Es kann auch sein, dass du durch eine schwierige Zeit gehst und eine schwere Last trägst, die dein Pferd wahrnimmt und mit der es nicht umgehen kann.

All das muss nichts damit zu tun haben, dass du einen Fehler gemacht hast.

Du bist nicht an jedem Tief schuld, durch das dein Pferd im Laufe seines eigenen Lebens gehen wird! Dein Pferd lebt sein eigenes Leben. Mit dir an deiner Seite, ja. Aber dennoch sein eigenes Leben.

 

2. “Ich bin verantwortlich dafür, wie mein Pferd sich fühlt.”

Bist du nicht. Bzw. du bist es nur in sehr begrenztem Rahmen.

Wir sind als Besitzer für vieles verantwortlich: Eine Haltungsform zu finden, die die Bedürfnisse des Pferdes erfüllt. Uns um seine Gesundheit zu kümmern. Das Training so zu gestalten, dass es dem Charakter des Pferdes gerecht wird.

Doch es gibt Grenzen. Pferde sind immer noch eigenständige (und häufig erwachsene) Wesen. Du bist nicht für jede emotionale Reaktion, nicht für jede Stimmung deines Pferdes verantwortlich. Es ist nicht deine Aufgabe sicherzustellen, dass dein Pferd jeden Tag wie ein Sonnenscheinchen durchs Leben geht.

Das bedeutet nicht, dass du dir über die Gefühle deines Pferdes keine Gedanken machen sollst.

Es bedeutet nur, dass du dich selbst nicht für etwas bestrafen sollst, was dein Pferd fühlt – obwohl du darauf gerade keinen Einfluss hast.

Übernimm Verantwortung für dein Verhalten, für deine Werte, deine Intention – dafür, wie du deinem Pferd begegnest. Aber erlaube deinen Pferd, durch seine eigenen Phasen zu gehen.

Phasen, die nicht in deiner Verantwortung liegen.

 

3. “Ich mache so viele Fehler. Das bedeutet, dass ich nicht gut genug für mein Pferd bin.”

Was würde deine beste Freundin zu dir sagen, wenn sie diesen Gedanken hören würde?

Wahrscheinlich würde sie dir haarklein auflisten, was du alles für dein Pferd tust. Wie viel Mühe du dir gibst. Wie viele Gedanken du dir machst. Und was du auf dich nimmst, damit es deinem Pferd so gut wie nur irgend möglich geht.

Wenn du diesen Gedanken deines inneren Kritikers zulässt, machst du dich selbst klein. Du sabotierst deine Selbstachtung. Damit erzeugst du eine gedrückte Stimmung und negative Gefühle bei dir selbst. Und die willst du ja eigentlich gerade nicht mit zu deinem Pferd nehmen – denn das steckt ja gerade in seinem eigenen Tief.

Also:

Fehler gehören dazu. Punkt.

Das sagt über dich gar nichts aus.

Erkenne den Fehler, (wenn du wirklich einen gemacht hast). Verändere dein Verhalten. Und vor allem: Steh aufrecht, sei stolz darauf, dass du so bewusst mit der Tatsache umgehst, dass du (wie wir alle) so wunderbar unperfekt bist.

Sei demütig, aber in deiner vollen Größe.

“Gut genug” gibt es gar nicht. Es gibt nur “Versuchen”, “Sich Mühe geben” oder eben “Es sein lassen”. Wenn du es versuchst, dann ist es schon genug.

 

Fazit

Dass dein Pferd nicht motiviert ist, bedeutet nicht (immer), dass du etwas falsch gemacht hast. Du bist nicht verantwortlich dafür, wie dein Pferd sich fühlt. Und dass du versuchst, es gut zu machen, bedeutet, dass du gut genug bist.

Es ist okay, wenn es dir nahe geht, wenn dein Pferd unmotiviert ist. Du darfst das fühlen. Du darfst traurig darüber sein. Du darfst dir Sorgen machen. Aber sei vorsichtig, wenn du aus diesen Tiefs Schlussfolgerungen über deinen Wert ziehst. Denn darüber sagen sie nichts aus.

Diese Phasen können auch ein Geschenk sein, weil sie so viele Lehren für uns beinhalten.

Vergrabe dich also nicht unter Schuldgefühlen und Selbstzweifeln, sondern frage dich:

Was darf ich hier gerade erkennen? Was gibt es zu lernen, wodurch wir gestärkt aus diesem Tief herausgehen werden?

 

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