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Die einzige Übung, die du brauchst, um das Vertrauen deines Pferdes aufzubauen

 
Wenn man im Netz stöbert, findet man zwei Arten von Tipps, mit denen man das Vertrauen des Pferdes aufbauen kann:

1. Listen an Eigenschaften, die man dem Pferd gegenüber verkörpern soll
2. Übungen, die man mit dem Pferd durcharbeiten soll

Das Problem mit dem Ersten: Vieles davon trifft zu, ist aber extrem schwer in tatsächliches Verhalten dem Pferd gegenüber umzusetzen. “Dem Pferd Sicherheit geben” sagt dir nicht, was genau du tun sollst. Diese Listen helfen wenig dabei, Vertrauensprobleme aufzulösen.

Das Problem mit Zweitem: Egal ob die 7 Spiele, Spazierengehen oder Gelassenheitstraining – das alles kann richtig angewandt das Vertrauen stärken ODER auch komplett zerstören.

Es geht nicht darum, was du machst. Sondern wie du es machst – und wie sich dein Pferd dabei fühlt.

Deshalb habe ich eine Sache, in der DU dich üben kannst. Eine innere Haltung, die du in jeder Situation nutzen kannst, wenn du das Vertrauen deines Pferdes zu dir aufbauen möchtest. Und die es dir erspart, die lange Liste an Eigenschaften jetzt sofort zu verkörpern (und dafür mal eben zu einem neuen Menschen zu werden 😁).
 
 

Was es braucht, um das Vertrauen deines Pferdes zu gewinnen

Sehr vereinfacht gesagt ist das Ziel, dich im Sinne deines Pferdes zu verhalten. Dein Pferd soll die Erfahrung machen, dass es ihm in und nach eurer gemeinsamen Zeit gut geht. Dass es bei dir gut aufgehoben ist.
 
 

Wie schaffe ich es, mich im Sinne des Pferdes zu verhalten?

Um dich im Sinne deines Pferdes verhalten zu können, musst du zuhören:

Welches Bedürfnis, welche Intention, welche Idee, welche Emotion hat dein Pferd gerade? Was will es dir sagen?

Achte darauf, wohin dein Pferd schaut, wie angespannt oder entspannt sein Körper ist, wie es sich bewegt, was die Mimik dir zeigt. Und leite daraus und aus deinen bisherigen Erfahrungen mit deinem Pferd ab, wie es sich gleich verhalten wird. Was wird es tun?

Mache Voraussagen und prüfe immer wieder, ob sie zutreffen. So lernst du immer mehr über die Bedürfnisse und Intentionen deines Pferdes.

Lass diese Aussagen deines Pferdes aber nicht einfach im Raum stehen, sondern gehe aktiv (!) darauf ein, sodass dein Pferd seine Bedürfnisse und Gefühle im Zusammensein mit dir nicht unterdrücken muss.
 

Stattdessen sorgst DU dafür, dass es ihnen nachgehen kann.

 
Übe dich darin, dir folgende Frage zu stellen:

Was braucht mein Pferd jetzt gerade von mir, um sich in dieser Situation gut aufgehoben zu fühlen?

 
 

Die einzige Übung, die du brauchst, damit du das Vertrauen deines Pferdes aufbauen kannst

Mache dir eindeutig bewusst, was dein Pferd dir gerade kommuniziert.

Das kannst du ganz leicht tun, indem du es aussprichst:

“Ich sehe, dass du nervös bist”, “Ich verstehe, dass es dir gerade wichtig ist, zu fressen”, “Ich erkenne, dass du dir das Dreirad gern näher anschauen willst”.

Auf diese Weise liegen all die Themen, um die es in eurer Interaktion gerade aus Sicht des Pferdes geht, direkt vor dir. Jetzt kannst du mit ihnen arbeiten.

Jetzt kannst du dich im Bezug auf diese Themen so verhalten, dass dein Pferd erkennt, dass du auf seiner Seite bist.
 

Denn darum geht es beim Vertrauensaufbau: Dass du dich an die Seite deines Pferdes stellst, sodass ihr zu einem Team werden könnt.

 
 

Was Vertrauensaufbau nicht bedeutet

Vertrauensaufbau bedeutet dabei nicht, zu allem, was dein Pferd im Sinn hat “Ja” zu sagen. Dann sind wir wieder beim Nettigkeitssyndrom – du tust alles für dein Pferd und entschuldigst dich noch, wenn es deine Grenzen niedertrampelt. Nettigkeit ist nicht das, was Vertrauen schafft!

Dich in den meisten Fällen im Sinne des Pferdes zu verhalten UND dich authentisch mit deinen eigenen Bedürfnissen und unter Umständen auch Forderungen zu zeigen, schafft Vertrauen.

Es geht nicht um entweder oder. Es geht darum, zugleich die Bedürfnisse des Pferdes zu achten und eure individuellen und gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Nicht aus Prinzip zu allem “Nein” zu sagen, sondern bewusst und zielgerichtet zuzustimmen, wann immer es sinnvoll und möglich ist und klare Grenzen zu setzen und den Fokus der Interaktion dennoch im Sinne des Pferdes umzulenken, wann immer es das nicht ist.
 

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1 Comment


Miriam
20. März 2022 at 3:10
Reply

Das ist Mal wieder so wahr.
Ich merke bei meinen drei Ponys immer wieder, dass das der Schlüssel ist.
Ein wichtiger Aspekt zum Thema Vertrauen finde ich auch, dass es nicht bedeutet, dass das Pferd dann in jeder Situation alles für mich tut. Ich habe drei Ponys und während das eine Pony ganz entspannt ist und eigentlich alles mit macht, ist ein anderes eher schreckhaft und skeptisch. Ich gehe bei beiden auf ihre Bedürfnisse ein, aber sie haben eben auch einen eigenen Charakter. Vertrauen wird oft leider mit Gehorsam gleich gesetzt und bedingungslosem Folgen. Ich persönlich finde, dass das nicht stimmt.
Liebe Grüße
Miriam


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