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Wie du deinen inneren Kritiker im Training zum Schweigen bringst

 
Alles könnte so schön sein. Nach einem langen Tag bist du froh, endlich am Stall zu sein. Mit deinem Pferd gehst du auf den Reitplatz, um ein wenig am Kappzaum zu arbeiten. Die Ruhe, das zufriedene Gesicht deines Pferdes, eure gemeinsame Bewegung. Die Abendsonne neigt sich langsam dem Horizont entgegen. Alles könnte so schön sein, aber da ist diese innere Stimme.

Die Stimme erhebt sich, sobald ihr die ersten Schritte gemeinsam geht. Uh, du fällst schon wieder nach innen. Und hast du da gerade etwa am Strick gezogen? Überhaupt, dein Pferd sieht heute gar nicht so zufrieden aus. Aber wie soll es auch, wenn du immer so schwammige Hilfen gibst?!

Es ist das Mosern deines inneren Kritikers, dass dir innerhalb kürzester Zeit die Freude am Training verdirbt – und deinem Pferd ebenso.

In diesem Artikel möchte ich dir eine einfache und direkt nutzbare Technik zeigen, mit der du den inneren Kritiker stoppen kannst.
 
 

Drei Schritte führen vom Verstand ins Gefühl

Um vom Verstand wieder ins Gefühl zu kommen, kannst du diese drei Schritte nutzen:

1. Den inneren Kritiker bemerken, sobald er die Stimme erhebt.
2. Das Stoppschild anwenden.
3. Loslassen und entspannen, um wieder ins Gefühl zu kommen.

 
 

Schritt 1: Wie du deinen inneren Kritiker bemerkst, sobald er auftaucht

Es gibt einige Tricks, die dir helfen können, deinen inneren Kritiker sofort zu bemerken und nicht erst, wenn er dich unter einem Berg Anschuldigungen begraben hat. Wir brauchen davon aber erstmal nur die Kraftvollste:
 

Gib deinem inneren Kritiker einen Namen.

 
Wie heißt dein innerer Kritiker? Vielleicht ist es die Stimme eines besonders strengen Lehrers? Eines Charakters aus einer Serie? Sprichst du ihn mit Nachnahmen an? Ist es Rumpelstilzchen?

Finde heraus, was sich für dich passend anfühlt. Es kommt allein darauf an, dass die Stimme des inneren Kritikers von der Stimme deines bewussten Selbst unterscheidbar wird. Es sind nicht deine bewussten, rationalen Gedanken – sondern Ängste und Zweifel von einem Teil von dir. (Denen du dich später zuwenden solltest, um sie verstehen und auflösen zu können.)

Wenn dein innerer Kritiker einen Namen hat, dann kannst du dir denken: “Ach, da ist ja wieder die Umbridge (oder wie auch immer dein innerer Kritiker heißt).”

So brauchst du nicht über die Vorwürfe nachgrübeln, sondern weißt, dass es völlig okay ist, dich stattdessen wieder ins Gefühl zu begeben.
 

Die Geheimzutat

Noch ein kleiner Tipp: Nutze deinen Humor. Das Bild deines inneren Kritikers sollte dich nicht vor Schreck erstarren lassen, sondern dich locker machen. So kannst du seine Worte ganz entspannt sehen, statt perfektionistisch (überaktiver Verstand lässt grüßen) zu versuchen, niemals in negative Gedanken abzurutschen.
 
 

Schritt 2: Wie du deinen inneren Kritiker zum Schweigen bringst

Sobald du deinen inneren Kritiker bemerkt hast, stoppst du seine Meckerei. Das machst du mit dem Stoppschild.

Das Stoppschild ist wieder ein inneres Bild. Es kann ein echtes Stoppschild sein, dass du ihm vor die Nase hältst, oder deine kraftvoll ausgestreckte Hand, während du innerlich laut “Stopp” rufst. Du kannst auch gedanklich in die Hände klatschen oder du stellst dir einen Riesen vor, der den inneren Kritiker am Schlafittchen greift und auf die Spitze eines weit entfernten Berges setzt.

Es gilt wieder: Finde heraus, was für DICH funktioniert!

Wichtig ist dabei, dass es schnell gehen und dir einen Moment Zeit verschaffen muss – damit du im nächsten Schritt ins Gefühl zurückkommen kannst.
 
 

Schritt 3: Wie du den Moment der Stille nutzt, um ins Gefühl zurückzukommen

So. Dein innerer Kritiker ist kurz mal still. Das ist die perfekte Gelegenheit, um deinen Verstand runterzufahren und in dein Gefühl zu gehen.

Gefühl bedeutet dabei nicht Emotion – also nicht, was dich bewegt – sondern Fühlen im Sinne von Aufnehmen, Wahrnehmen, Reinspüren. Du öffnest dich dem jetzigen Moment und damit auch der Verbindung zu deinem Pferd.
 

Mache dazu Folgendes:

Atme ein und werde dir der Stille in dir bewusst. Atme aus und lasse los – atme aus, als würdest du das nicht nur mit deinem Mund oder deiner Lunge tun, sondern mit deinem ganzen Körper. Die Augen kannst du dabei schließen.

Auf diese Weise kannst du dir der Spannung bewusst werden, an die du dich die ganze Zeit geklammert hast. Ein Teil davon ist sicher schon gewichen, als du dir darüber klar wurdest, dass all die fiesen Worte nur dein innerer Kritiker waren. Vom Rest der Spannung willst du jetzt so viel wie möglich loslassen – aber nicht perfektionistisch, sondern mit einem sanften Lächeln auf dem Gesicht.

Bringe dir selbst dieselbe Sanftheit entgegen, die du auch deinem Pferd gegenüber verkörperst.
 

Wenn du damit fertig bist, wende dich innerlich der Zuneigung zu, die du für dein Pferd empfindest.

 
Das wars auch schon. Du bist in drei einfachen Schritten vom Verstand ins Gefühl gegangen. Nach diesen drei Schritten, kannst du gefühlvoll mit deinem Pferd weiterarbeiten. Sobald dein innerer Kritiker wieder die Stimme erhebt, sprich ihn an und zeig ihm das Stoppschild.

Du kannst diese drei Schritte auch im Alltag üben – z.B. wenn dich Selbstzweifel oder Selbstbeschuldigungen plagen oder wenn sich auch einfach nur deine Gedanken im Kreis drehen.

Bemerke den inneren Kritiker frühzeitig. Bringe ihn einen kurzen Moment zum Schweigen. Öffne dich deinem Gefühl.
 

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